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  • AutorenbildIlka Sventja Küster

Vererbtes Trauma: Schweigen macht es nicht ungeschehen

Für mich gehört das Finden und Lösen der schweren Ahnentraumata zum Beispiel aus dem Zweiten Weltkrieg zu den Themen für Fortgeschrittene.

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Am Anfang steht in der zusammenarbeit mit mir immer erstmal auf dem Programm sich mit dem Lichtahnen zu verbinden, die ganz wundervolle und unterstützende Wesen in unseren Ahnenfamilien sind. Und dann tasten wir uns in der Regel langsam vor. Jeder in seinem Tempo.

Im Ahnenhotel sind ganz viele hilfreiche Werkzeuge schon mit eingebaut, damit niemand gleich von einer Welle solcher Kriegstraumat überrollt wird. Und dein Unterbewusstsein ist ohnehin dein bester Freund auf diesen Reisen und schützt dich vor den Themen und Bildern, die du noch nicht alleine bewältigen kannst.


An Traumata mit einer positiven Ausrichtung herangehen

Grundsätzlich habe ich ja immer einer positive Ausrichtung in meinen Kursen und gibt es eigentlich keinen Kurs in dem es rein um Heilung geht. Der Kurs, der per Definition am tiefsten in die Kriegsthemen eintaucht ist der Ahnenhotel Aufbaukurs "Deine Aufgabe in deiner Ahnenfamilie", denn hier arbeiten wir ganz intensiv mit unserer Urgroßeltern-Generation und betreiben begleitend auch ein wenig Ahnenforschung.


Die Ausrichtung liegt eigentlich auf den Gaben und Visionen die unsere Urgroßeltern an uns weitergeben. Sie übergeben quasi den Staffelstab einer Aufgabe oder einer Vision, die schon über viele Generationen in dieser Linie bearbeitet wird. Wir fragen also grundsätzlich nach Orientierung und Sinn für unser eigenes Leben. Doch zum Teil kommen wir da eben erst dran, wenn wir die Traumata unserer Urgroßeltern und Großeltern gelöst haben. Denn diese verursachen einen energetischen Knoten, einen Energiestau und dann fließt auch die Information über Aufgabe in unserer Ahnenfamilie nicht zu uns.




In der Gruppe und unterstützt durch mein Energiefeld für diesen Kurs, können hier Themen ans Licht kommen, die sich lange versteckt haben. Themen über die in der Familie nicht gesprochen wurde. Themen, die vielleicht sogar gänzlich unbekannt waren. Denn mal ehrlich, wer von uns weiß schon wirklich viel aus dieser Zeit? Wir akzeptieren hier weitgehend, den Mantel des Schweigens, den unsere Urgroßeltern und Großeltern aus Selbstschutz darüber gelegt haben - bewusst oder unbewusst. Aber so lange die Themen nicht aufgearbeitet sind, tragen wir sie unbewusst in uns weiter. Letztes Jahr hatte eine Teilnehmerin, Jana Ritzen, einen sehr bewegenden Durchbruch und zog diesen Mantel des Schweigens weg. Erkenntnisse über Erkenntnisse prasselten auf sie ein und die Emotionen ihrer Großmutter trafen sie mit voller Kraft. Und sie durften endlich, endlich gefühlt werden und abfließen. Ein gigantischer Knoten war geplatzt.

Jana schrieb am 10. Juni 2022 in ihrem öffentlichem Facebook Beitrag darüber:


"Taubheit.

Sie war immer da. Doch ich hätte sie nie benennen können. Bewusst wurde sie mir durch den Aufbaukurs des Ahnenhotels von Ilka. In diesem Kurs haben wir uns mit unseren Urgroßeltern verbunden. Was für eine Überraschung ich da erlebte.

Mir war nie bewusst gewesen, in welch großem Schweigen wir Deutschen leben, wenn es um den Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg geht. Diese Zeit wurde intellektuell und politisch vorbildhaft aufgearbeitet. Doch in den Familien? Überwiegend Schweigen.

Ich hatte vor einigen Wochen bereits über meine Erkenntnis geschrieben, dass ich zwischen den Daten und Fakten aus der Schulzeit und meiner Familie nie eine emotionale Verbindung herstellen konnte. In dem Kurs von Ilka stellte sich schnell heraus, wieviel Platz meine rein mütterliche Linie in meinem Leben einnimmt. Und das, obwohl diese Linie offiziell nicht existierte. Bei jeder Nachfrage, was mit der Familie meiner Großmutter war, war die Antwort: "Da war nichts."

Meine Großmutter kam mit 9 Jahren in ein Heim, als ihre Mutter starb. Über den Vater wurde nie gesprochen. Man wusste nichts über ihn. Es gab einen Halbbruder, der wegen seines arischen Aussehens adoptiert wurde. Ende.

Nun begann ich in dem Kurs Nachforschungen anzustellen. Innerhalb kürzester Zeit fand ich über die rein mütterliche Linie 34 neue Familienmitglieder bis hin zu meiner Urururgroßmutter. Und mindestens einen Familienzweig, der bis in die Generation meiner Kinder reicht.

Mein Großmutter hatte immer Familie. Das ändert das gesamte Familiennarrativ, meine Großmutter sei Waise gewesen. Nein, es war schlimmer: Ihre Familie überließ sie mit 9 Jahren sich selbst. Sie hatte einen Vater und mindestens eine Tante, von der sie wusste. Ich fand noch 3 weitere Geschwister ihrer Mutter, über die ich bislang aber noch nichts weiter in Erfahrung bringen konnte.

Das Gefühl, sich selbst überlassen zu sein und nicht dazuzugehören, zieht sich über die mütterliche Linie bis zu mir hindurch. Es hat mich viel Schmerz und viele Tränen gekostet, um diese tiefsitzende Überzeugung annehmen und auflösen zu können. Nun bekommt dieses Gefühl im Nachhinein durch die Geschichte meiner Großmutter nochmal eine ganz andere Dimension.

Die Taubheit allerdings kommt aus einem ganz anderen Erleben meiner Großmutter. Im Juli 1943 erlebt sie in Hamburg das Unternehmen Gomorrha, dass sie ihr Leben lang nicht verarbeiten konnte.

Als meine Mutter mir davon schrieb, begann ich bei dem Namen bereits zu weinen, obwohl ich noch gar nicht wusste, was das für ein Unternehmen war. Als ich von dem unvorstellbaren Grauen las, sah ich die Bilder vor meinen eigenen Augen. Das war nicht meins. Ich war meine Großmutter inmitten dieses Spreng- und Brandbombenhagels, mutterseelenallein in einer Stadt, die in einem Flammeninferno versank. Auf einmal konnte ich Äußerungen meiner Großmutter zuordnen, die sie meiner Mutter gegenüber gemacht hatte.

Über eine Woche war ich ausgeknockt. Durch mich hindurch lief der blanke Horror, die Hoffnungslosigkeit- und Ohnmachtsgefühle meiner Großmutter. Dazu mischte sich die Ohnmacht meiner Mutter, die sich so sehr gewünscht hat, ihre Mutter könnte diesen Horror verarbeiten, und mein eigenes blankes Entsetzen über eine solch grauenvolle, menschenverachtende Unternehmung, der meine Großmutter als Teenager ausgesetzt war.

Dass wir Menschen nach den Erlebnissen des 2. Weltkrieges überhaupt noch in der Lage sind, Kriege zu führen, ist mir unverständlich. Wir haben nichts gelernt.

Das Durchfließen lassen dieser festsitzenden Emotionen war unglaublich anstrengend. Es wundert mich überhaupt nicht, dass meine Großmutter dies nicht verarbeitet bekommen hat. Es war für mich schon kaum auszuhalten. Wie überwältigend muss es für sie gewesen sein?

Ohne die Unterstützung von Ilka und Toroa wäre mir das Durchfließenlassen nicht so gut gelungen. Ich spürte den Sog, in diesem Horror stecken zu bleiben, weil es so schwer zu halten war, was sich da meiner bemächtigte.

Diese Traumata lassen sich nicht alleine verarbeiten. Das schaffen wir nur als Familie. Mir als Kriegsurenkelin war dies durch den Abstand von 2 Generationen möglich.

Sehr geholfen bei diesem Prozess hat mir auch das Buch "Nebelkinder - Kriegenkel treten aus dem Traumaschatten der Geschichte", herausgegeben von Michael Schneider und Joachim Süss. Ich denke, es ist noch viel zu wenig Bewusstsein bei uns allen vorhanden, wie sehr wir durch die Kriegsgenerationen vor uns in unserem Leben beeinflusst sind.

Kämpfst Du z.B. mit Verhaltensweisen, die Du Dir selbst nicht erklären, sie aber auch nicht überwinden kannst, lege ich Dir dieses Buch sehr ans Herz. Sabine Bode schreibt dazu: "'Irreführung in Familien ist weit verbreitet – sie kann die seelische Gesundheit nachwachsender Generationen beeinträchtigen. Die stärkste Motivation von Kriegsenkeln, Familiengeheimnissen auf den Grund zu gehen, ist die, das ungute Erbe mit seinen Nebeln und Irrlichtern nicht auch noch an die eigenen Kinder weiterzugeben. Darum räumen sie auf. Darum stellen sie Eltern und Verwandten unbequeme Fragen. Die emotionale Aufarbeitung hat begonnen, und wo sollte diese stattfinden, wenn nicht in den Familien."

In diesem Sinne: Lasst uns GEMEINSAM aufräumen."


Dem habe ich wenig hinzuzufügen. Nur ein zutiefst aufrichtiges Dankeschön an Jana, dass sie ganz offen über ihre Geschichte schreibt und auch an jeden, der sich seinen eigenen Ahnentraumta stellt. Ich bin überzeugt, dass es die Aufgabe unserer Generation ist, dieses Thema jetzt zu heilen.




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