Ahnenbotschaft: Alle Voraussetzungen für Weltfrieden sind jetzt da
- Ilka Sventja Küster

- vor 2 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Welcher Ahne oder welche Ahnin zeigt sich mir und überbringt uns eine Botschaft?
„Ich war schon sehr alt in den 90ern. Geboren bin ich genau 1900, ich habe beide Weltkriege erlebt und so viele Leid drumherum. In den 90ern war ich auch schon in meinen 90ern und das neue Jahrtausend habe ich nicht mehr erlebt. Dennoch teilen du und ich vielleicht auch ein paar Erinnerungen. An den Fall der Mauer, an die ersten Computer. Es war ein intensives Leben zu meiner Zeit. Aus der Asche nach dem Krieg hinauf und hinauf und immer weiter hinauf in eine Welt, die ich mir als Kind nicht einmal hätte vorstellen können.“
Die Frau, die nach meiner Frage sofort begann mit mir zu sprechen, nehme ich wirklich in ihren 90ern wahr. Ihre Stimme ist freundlich, aber auch ein bißchen schwach, ihre Atmung geht flach. Die Bilder die sich in mir wachruft sind Bilder, die ich auch von meinen Urgroßeltern kenne. Das ist ihr Jahrgang.
„Hast du in Deutschland gelebt?“ frage ich nach, denn so kommt es mir vor. „Ja, das habe ich. Auch wenn ich manchmal im Ausland war. Ich hatte Familie in Polen und Freunde in Frankreich. Aber meistens war ich in Deutschland.“ Ich nicke. Ich glaube, ich hatte in den Ahnenbotschaften noch nie eine Begegnung, die zeitlich und räumlich so nah war. „Magst du uns noch ein bisschen mehr von dir erzählen?“ ermuntere ich sie, als sie schweigend ihren Gedanken nachhängt. Und mir fällt auf, dass ich recht wenig um sie herum wahrnehme. Keinen Raum in dem sie ist. Nur am Rande ihr dunkel-violettes Kleid mit den vielen kleinen Blümchen darauf. So als ob das alles nicht wichtig wäre, als ob es nur um ihre Worte geht.
„Ich bin nicht mehr zuhause.“ Sagt sie dann und ohne es weiter zu erklären. Wieder frage ich nach einem Moment des Schweigens nach: „Was meinst du damit?“ „Das fasst mein Leben ganz gut zusammen. Ich bin nicht mehr zuhause. Mehrfach bin ich in meinem Leben vor dem Krieg geflohen. Dann auch noch über die innerdeutsche Grenze. Und ich habe mich auch in der immer schneller werdenden Welt immer weniger zuhause gefühlt. In einer Stadt, wo man seine Nachbarn nicht mehr kennt, wo die kleinen Läden, deren Besitzer einen noch mit Namen gekannt haben immer weniger wurden. Ich kenne meine Ärzte nicht einmal mehr und bin für sie nur noch eine Liste von Diagnosen und Medikamenten. Ich bin nicht mehr zuhause in dieser Welt.“ Sie schüttelt den Kopf leicht und nachdenklich.
„Das ist ein trauriges Resümee.“ sage ich zu ihr. Sie nickt und bestätigt mein Gefühl mit den Worten „Ja, so ist das.“ Ich weiß nicht, was ich fragen soll, es fühlt sich gerade alles so endgültig an und so kehre ich zurück zu der zentralen Frage: „Hast du eine Botschaft für uns in 2026?“
Und jetzt kehr ein Leuchten in ihre Augen zurück und sie wirkt so viel wacher, abgelenkt von ihren Erinnerungen. „Ach, ja mein Kind. Da ist etwas, was ihr wissen sollt. Als ich im Sterben lag, war ich mehr und mehr im Gespräch mit meinen Vorfahren. Weißt du, sie kommen wirklich, um einen abzuholen. Und ich war in Sorge. Das Leben hatte eine seltsame Entwicklung genommen. So viel Leid ich auch in meinen jungen Jahren durch die Kriege erlebt hatte, so sehr sorgte mich doch die Entwicklung, die ich danach sah. Ich meine, es ist ja nicht so, als ob es uns schlecht gegangen wäre, im Gegenteil. Wir lebten ja mehr und mehr im Überfluss. Und haben wir uns nicht alle gewünscht, dass es unsere Kinder mal besser haben als wir? Und haben wir uns nicht gefreut, als es wirklich so war? Aber schon in jedem Märchen haben Wünsche auch einen Preis, eine Kehrseite. Und die zeigte sich. Während der materielle Überfluss immer weiter zunahm, nahm etwas anderes ab, der Zusammenhalt zwischen den Menschen, sogar in den Familien. Die Zeit füreinander wurde immer knapper. Da wo uns all die elektrischen Geräte mehr Zeit verschafften, wurde sie gleichzeitig aufgefressen von immer mehr Dingen, die zutun waren. Das ist worüber ich mir Sorgen machte, weil meine Urenkel das ja gar nicht mehr anders kannten. Und ich machte mir Gedanken, wo das hinführen soll.“ Sie schaut mich kurz an, ob ich ihre Gedanken nachvollziehen kann und ich nicke.
„Ich teilte meine Sorgen mit meinen Eltern, mit meinem Mann, der schon lange vor mir verstorben war, jetzt wo sie mich immer öfter besuchten. Und es war meine Mutter, die zu mir sagte, dass es noch eine Weile schlimmer werden würde. Dass sich alles noch weiter beschleunigen würde und dass die Menschen noch mehr ihre Beziehungen zueinander verlieren würden. Dass sie das noch für eine ganze Zeit lang für Freiheit und Unabhängigkeit halten werden und es für gut befinden, danach streben.“ „Ich denke, das kann ich inzwischen bestätigen,“ sage ich zu ihr und sie nickt.
„Und jetzt kommen wir zu der Botschaft, die sie mir damals gab und die ich jetzt an euch weitergeben möchte. Sie, also meine Mutter, sagte mir damals, als sie schon auf der anderen Seite war, ich solle mir keine Sorgen machen. Es würde noch gut 30 Jahre so weitergehen, aber dann käme die Wende.“ Jetzt sieht sie mich beinahe schon triumphierend an und mit erwartungsvollem Blick. „Das ist in eurer Zeit! Das ist jetzt für euch! Und ich sage das inzwischen auch aus der jenseitigen Weisheit heraus, so wie meine Mutter damals: Das Blatt wendet sich.
Ihr versteht jetzt, dass die Beziehungen, das Miteinander, dass das so viel wertvoller ist als all die materiellen Güter. Menschen lernen langsam und es brauchte seine Zeit. Es wird auch seine Zeit brauchen, um den Kurs zu ändern. Aber es hat schon begonnen. In den letzten Jahrzehnten habt ihr aus den völlig falschen Beweggründen etwas erschaffen, dass es niemals zuvor gab. Ein weltweites Kommunikationsnetz. Die Struktur ist da. Das Medium ist da. Und vielleicht hätte es wirklich nicht anders entstehen können. Jetzt dürft ihr es mit Liebe füllen!“
Ich schaue sie überrascht an. „Ich hatte erwartet, du willst darauf hinaus, dass wir wieder reale, lokale Gemeinschaften bilden.“ Sie nickt. „Natürlich sollt ihr das, wo sonst soll die Liebe und das Miteinander wachsen und ihr wieder lernen, wie Gemeinschaft geht? Aber ihr werdet euch darüber hinaus weltweit vernetzen.“ Ich schaue sie fragend an. Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch. „Was meinst du damit?“ „Du kannst dir eine Gemeinschaft vorstellen, in der sich die Menschen gegenseitig umeinander kümmern und jeder seine Fähigkeiten einbringt. Jetzt stell dir ein Netzwerk vor, in dem sich Gemeinschaften genauso organisieren. Das ist wohin euer Weg führt,“ sie lächelt mich so selig an, „Das gab es vorher nicht, weißt du? Das konnte es bisher nicht geben. Aber jetzt sind alle Voraussetzungen dafür da. Jetzt dürft ihr nur lernen, sie auch in der Form zu nutzen. Und dafür lernt ihr als Einzelpersonen wieder in Gemeinschaft zu leben, bevor auch die Gemeinschaften in Gemeinschaft leben können. Damit beginnt das Zeitalter des Miteinanders und des Friedens. Lasst das Bild in euren Herzen Wurzeln schlagen.“
Ich spüre, dass es mir noch total schwer fällt, mir vorzustellen, wie das aussehen kann… es übersteigt meine mentale Kapazität. Gleichzeitig fühle ich aber wie mein Herz sich mit Hoffnung füllt. Einer zarten, leisen Hoffnung.
Jetzt spüre ich ihre Hand auf meiner. „Diese Botschaft hat mich mit meiner Lebenserfahrung versöhnt. Du kennst die Zyklen von Werden und Vergehen und ich lebte in einer Phase des Vergehens trotz all des materiellen Wachstums. Das gehört dazu. Und wenn du das Bild des Jahresrades überträgst auf eure Zeit, dann ist jetzt vielleicht Wintersonnenwende in diesem großen Zyklus und ihr begleitet das Neue in seinen allerersten Tagen. Haltet im Herzen, wohin der Weg führt, solange es noch dunkel und frostig ist. Ihr erschafft ein neues Zuhause für die, die kommen.“
Ich bin berührt von ihren Worten und zum ersten Mal denke ich, dass sich die Zeit gerne weiter beschleunigen darf, wenn das unser Weg ist. Dann ist der Kontakt beendet, ganz ohne Abschied.
(empfangen zum Lenzmond 2026)








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