Ahnenbotschaft: Wer für Wunder betet, kann sie erleben
- Ilka Sventja Küster

- vor 1 Tag
- 4 Min. Lesezeit
Da ist etwas am Himmel. Es sieht aus wie weibliche Konturen gezeichnet aus feinen Nebelschwaden und es schwebt auf mich zu. Ich weiß nicht warum, aber ich gehe in Abwehrhaltung. Ich strecke meinen Arm aus und halte ihr meine Handfläche entgegen. In mir sind Sätze der Ablehnung „Nein, nicht jetzt. Geh weg. Vielleicht später. Ich komme später zu dir. Nicht jetzt.“ Und ich fühle, als ob sich wirklich ein Körper gegen meine Handfläche drückt.
Ich brauche einen Moment, um mich zu orientieren und ich drücke wie auf Pause, um mich in der Szenerie, in der ich gelandet bin umzuschauen. Ich stehe zwischen diesem weiblichen Umriss am Himmel und einem Bett. Einem Krankenbett. Ich bin aber gar nicht ich, ich bin eine Krankenschwester mit langem, weitem Rock, weißer Schürze und steifer Haube. Das ist seltsam. Ich wollte eine Ahnin oder einen Ahnen besuchen, und nicht in dieser Art in ein Leben, in einen Körper hineinschlüpfen. Doch jetzt bin ich da und ich habe ja scheinbar dennoch genug Bewusstsein und Kontrolle.
Zeitlich würde ich schätzen, dass wir Anfang des 20. Jahrhunderts sind. Das Bett ist aus Metall, darunter steht ein metallener Nachttopf und beides ist weiß lackiert. Im Bett sehe ich nur den Kopf einer Person unter der dicken Decke hervorgucken. Es ist ein Kind, ein Junge von vielleicht 10 oder 12 Jahren. Er hat dunkles, glattes Haar, das ihm schweißnass in die Stirn hängt und er sieht unerträglich blass aus. Er schläft. Ich beschließe die Szene weiter laufen zu lassen und spüre sofort wieder den Druck auf meiner Hand. Dann wende ich mich von dieser Nebelgestalt ab, knie mich neben das Bett, greife nach dem Kreuz, das an einer Kette um meinen Hals hängt und beginne zu beten.
Ich spüre, wie die Gestalt noch immer da ist. Sie steht hinter mir und legt mir nun liebevoll und geduldig eine Hand auf die Schulter und ich spüre, dass mir das Energie gibt. Ich bete für ein Wunder und in meinen Gedanken sehe ich den Jungen draußen spielen und lachen. Ich sehe, wie sein Vater ihn umarmt. So soll es wieder sein. Ich bete für ein Wunder. Seit Tagen liegt er mit so hohem Fieber, dass ich fürchte, er stirbt daran. Der Arzt weiß keinen Rat. Ich bete für ein Wunder. Ich spüre die Nebelfrau wieder deutlicher und ich bin noch immer im Widerstand. „Nicht jetzt, nicht hier, nicht so.“ Ich weiß, was sie möchte. Sie möchte in meinen Körper. Doch das will ich nicht mehr. Das ist nicht normal. Ich will das nicht zulassen.
Ich knie hier und bete für ein Wunder für den Jungen, dass Gott ihn wieder gesund machen möge. Warum, um Himmels Willen kommt ausgerechnet jetzt, nach Jahren, diese Gestalt wieder zu mir? Sie war so lange nicht da, ich dachte sie käme nicht mehr. Ich dachte inzwischen sogar, ich hätte sie mir vielleicht nur eingebildet. Und doch ist sie wieder da und ein Teil von mir ist froh darüber. Sehr froh sogar. Und plötzlich gebe ich meinen Widerstand auf und in einem Wimpernschlag ist sie in mir und ich atme dankbar und erleichtert auf. Ich wusste nicht, wie sehr ich das vermisst habe. Alles in mir wird ganz ruhig, alle Sorge verschwindet und ich stehe auf.
Ich setze mich vorsichtig auf die Bettkante und streiche dem Jungen das nasse Haar aus dem Gesicht. Dann gebe ich ihm einen Kuss auf die kalte, feuchte Stirn und flüstere „Wenn du möchtest, kannst du jetzt gehen.“ und da schlägt er die Augen auf und fragt „Wohin?“. „In den Himmel? Ist es das, was du möchtest?“ frage ich zurück. „Nein, ich möchte nicht in den Himmel. Ich bin doch noch ein Kind. Und ich will meinen Vater nicht allein lassen.“ Ich nicke. „In Ordnung, dann machen wir dich jetzt wieder gesund, einverstanden?“ Er nickt. Ich schlage seine Decke zurück und lege meine Hand auf seine Brust und ein zartes, blaues Licht fließt in seinen Körper. „Schlaf jetzt wieder. Morgen geht es dir schon besser.“ sage ich und decke ihn wieder zu. Dann verlässt mich die Nebelfrau wieder und wir stehen uns im Raum gegenüber.
Die Gefühle in mir sind verwirrend. Da ist Dankbarkeit, aber ich fühle mich auch schuldig. Warum fühle ich mich schuldig, wo ich doch gerade den Jungen geheilt habe? Ich finde eine Erinnerung dazu, die mich sehr trifft. Ich sitze in einem Beichtstuhl und berichte dem Priester davon, dass ich glaube, ein Engel habe mich besucht. Er habe sogar durch mich gewirkt, erzähle ich ganz ehrfürchtig. Ich hätte gefühlt, wie ihre Energie in mich hineinfloss, durch mich sprach und dann meine Mutter heilte, obwohl der Priester ihr bereits die Sterbesakramente gegeben habe. In dieser Erinnerung war ich so erfüllt von Dankbarkeit und Demut. Ich war so selig über dieses Wunder und ich wollte nur teilen, was geschehen war. Schließlich erzählte der Priester stets von den Wundern Gottes und nun hatte ich es selbst erlebt. Doch der Priester geriet dermaßen in Wut, über meine Geschichte, dass er sogar begann zu schreien. Ich wäre nicht einem Engel begegnet. Engel würden nicht so dumme Dinger auserwählen, wie ich eines wäre. Es müsse ein Dämon gewesen sein und ich hätte die Seele meiner Mutter verraten. Ihr Leben und meines dem Teufel geweiht. Ich sei ein unnützes, törichtes Ding. Die Beschimpfungen nahmen kein Ende, bis ich weinen aus der Kirche floh. Ich verstand, die Welt nicht mehr. Ich wusste nur, dass ich das nie wieder zulassen würde, dass eine Energie von mir Besitz ergreift. Und so war es – bis zu dieser Nacht.
Die Nebelgestalt legte mir liebevoll die Hand an die Wange und eine Welle von Liebe und Trost durchfuhr mich. Dann hörte ich ihre sanfte Stimme in meinem Kopf. „Du hast Gott um ein Wunder gebeten und er hat dich als sein Werkzeug auserwählt. Das ist eine Gabe, kein Fluch. Nutze sie.“ Und sie legte mir die Hand genauso auf die Brust, wie ich es gerade bei dem Jungen getan hatte und ein sanftes Licht floss in mein Herz. Dann löste sich die Gestalt einfach auf. In mir blieben Ruhe und Frieden zurück und die Gewissheit, dass sie eben doch ein Engel ist und wir gemeinsam Gutes tun können.
Und so unvermittelt wie ich in diese Szene hineingeraten bin, bin ich wieder zurück. Und auch wenn die Botschaft nicht ausgesprochen wurde, so ist sie doch sehr deutlich, wie ich finde.
(empfangen zum Schneemond 2026)
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