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Ahnenbotschaft: Wenn du bereit bist, erreichst du dein Ziel

  • Autorenbild: Ilka Sventja Küster
    Ilka Sventja Küster
  • 21. Nov.
  • 5 Min. Lesezeit

Ich sehe eine Frau in einem einfachen dunklen Leinenkleid und mit einem Kopftuch auf, durch die Landschaft gehen. Sie macht lange Schritte und wirkt auf mich, als wäre sie es gewohnt weite Wege zu gehen. Sowohl ihr Kopftuch als auch ihr Kleid haben eine hellgraue Borte mit einem einfachen Kreuzmuster darauf. Um ihre Tallie ist ein einfach geknoteter Gürtel, ebenfalls aus Leinen, geschlungen, der nur an den herunterhängenden Enden ebenfalls mit dem helleren, gemusterten Stoff dekoriert ist. Sie hat einen Stoffbeutel und ein aufgerolltes Fell bei sich.


Ich gehe zu ihr und versuche Schritt zu halten, doch als sie mich bemerkt, wird sie deutlich langsamer und schaut sich um. "Es ist Zeit für meine Rast, machen wir es uns dort drüben ein Feuer." sagt sie und deutet hinüber zum Waldrand. Sie bittet mich mit ihr ein paar Äste fürs Feuer zu sammeln, was nicht weiter schwierig ist. Sie hat etwas trockenes Gras gesammelt und zieht ein Bündel aus ihrer Tasche, aus dem sie trockenes Moos und etwas Harz entnimmt. An ihrem Wanderstock baumelt an einer Schnur ein Päckchen, das mit großen Grünen Blättern umwickelt ist. Sehr achtsam wickelt sie es aus. Darin befindet sich ein Zunderpilz und ruckzuck hat sie damit das Feuer entfacht. Achtsam fügt sie erst die dünneren Zweige, dann die dickeren Äste hinzu. Nicht zu viel, nur gerade genug, um sich ein wenig zu wärmen während der Rast.


"Wohin bist du unterwegs?"" frage ich sie sich entspannt an den Baum hinter sich lehnt. "Ich ziehe von Hof zu Hof und biete meine Arbeit an." sagt sie knapp. "Ist das üblich in dieser Gegend?" frage ich nach. "Es gibt schon einige, die auf Wanderschaft sind, wie ich und von Hof zu Hof gehen um für Essen und Unterkunft mitzuhelfen. Ja. Die meisten gehören aber irgendwie zu einem Hof. Entweder zur Familie oder zum Gesinde." erklärt sie mir.


"Hast du ein Ziel für deine Wanderschaft?" will ich wissen. "Ja, ich bin auf dem Weg zu einem heiligen Ort, von dem mir meine Mume erzählt hat. Dort will ich um einen neuen Weg bitten." erzählt sie mir und ich spüre gemischte Gefühle bei ihr. "Ein neuer Weg?" hake ich nach. Sie nickt und stochert mit einem Zweig im Feuer. "Ein neuer Weg..." wiederholt sie leise und in Gedanken. "Ich bin schon eine langen Weg in meinem Leben gegangen. Ich lebte an einem Hof und hatte einen Mann, doch der starb an einem Fieber und ich fand keinen Sinn mehr für mich an diesem Ort. Da träumte ich von dem heiligen Ort, an dem alle Wege zusammen kommen und man einen neuen wählen darf. Und so bin ich aufgebrochen." Sie zieht das angekohlte Hölzchen aus dem Feuer und lässt es abkühlen. Dann malt sie sich damit ein X auf den Unterarm, wie es auch ihre Kleidung ziehrt. Erst jetzt wird mir bewusst, dass es sich um eine Rune handelt. Gebo!


"Ist das die Rune Gebo?" frage ich sie. Sie nickt. "Wofür steht sie?" frage ich weiter. "Sie steht in meinem Fall für die Verbindung zweier Menschen, meinem Mann und mir. Unsere Wege haben sich gekreuzt und gehen nun wieder getrennt weiter. Sie steht auch für Geben und Nehmen und dafür, dass ich selbst meinen neuen Weg wählen kann, wenn ich bereit bin zu geben, was ich habe. Für mich ist es gerade das Zeichen meines Übergangs. Ich habe die Götter um Hilfe gebeten und sie haben mir Gebo geschickt. Ich habe mein Kleid damit bestickt und ich male es auf meine Haut. Ich will damit zeigen, dass ich bereit bin zu geben und einen neuen Weg zu wählen, wenn ich an dem heiligen Ort bin."


"Hast du eine Botschaft für mich?" frage ich sie jetzt und jetzt erst schaut sie von ihrem Arm mit der kohleschwarzen Gebo-Rune wieder auf und nickt. "Ich habe immer an das Schicksal geglaubt. Dass wir eine Bestimmung haben und geführt werden und uns fügen dürfen, was auch immer das Leben uns bringt. Der Traum hat mir den Hinweis gegeben, dass ich aufbrechen darf. Die Götter haben mir Gebo als Begleiter zur Seite gestellt und ich bin im Vertrauen losgezogen. Ich weiß nicht, wo dieser heilige Ort ist. Ich weiß nur, dass ich ihn erkennen werden, wenn ich ihn sehe. Ich folge meinen Träumen und dieser Rune. Ich weiß aber auch, dass mein Weg genau so lange sein wird, wie ich brauche, um das Vergangene hinter mir zu lassen. Auch das sagt mir Gebo. Ich kann nur etwas Neues empfangen, wenn ich das Alte losgelassen habe. Und ich habe zwar den Hof hinter mit gelassen, aber mein Herz ist noch immer erfüllt von meinem Liebsten. Und so ist mein Weg noch lang." Sie schaut mich fragend an und ich nicke ihr kurz zu, dann fährt sie fort. "Was ich dir und euch als Botschaft mitgeben mag ist genau das: Der Weg ist immer so lange, wie du brauchst, um bereit zu sein anzukommen." Wieder dieser fragende Blick und diesmal nicke ich nicht sofort.


Ich weiß, sie hat dazu nicht mehr zu sagen. Sie will wissen, ob ich ihre Botschaft nehmen kann. Ich atme tief ein und wieder aus. Mein Kopf will nicht nicken. Mein Kopf prüft diesen Gedanken und fragt sich, ob sie noch heute am heilige Ort ankäme, wenn sie bereit wäre einen neuen Weg einzuschlagen und jetzt spüre ich das Ja in jeder Zelle und ich nicke.


Und mit dem Nicken wird mir eine Erinnerung geschenkt. Ich ging einst mit meinem Krafttier, meinem Tiger wochenlang in jeder Trance einen Pfad entlang. Wochenlang passierte nichts anderes, als dass wir gemeinsam gingen. Un dich dachte damals noch, wie seltsam das ist, weil man in einer Trance ja eigentlich jederzeit überall sein kann, ohne dorthin gehen zu müssen. Ich war aber nicht bereit anzukommen, also gingen wir bis ich bereit war. Ja, das macht für mich total viel Sinn.


Sie beobachtet mich in meinem kleinen Denkprozess und lächelt, als sie sieht, dass ihre Botschaft in mir angekommen ist und ich sie nehmen kann. "Sehr gut", sagt sie dann, "erinnere dich, wenn du gehst und gehst und gehst und andere dir erzählen, es wäre nunmal ein weiter Weg und es bräuchte seine Zeit, zu prüfen, ob das deine Wahrheit ist und zu schauen, was du brauchst, um bereit zu sein, anzukommen. Der Weg darf lang sein, wenn es das ist, was du brauchst. Und er darf auch nur einen Schritt weit sein, wenn du bereit bist." Ich lächle und nicke dankbar.


"Ich sitze noch eine Weile und dann gehe ich noch ein ganzes Stück." sagt sie. "Ich bin noch nicht soweit anzukommen und das ist in Ordnung. Eines Tages werde ich es sein." Wir verabschieden uns und ich kehre zurück in unsere Zeit. (empfangen zum Rosenmond 2025)

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